
15. Okt. 2026
Unsere Reise
Für viele KMU ist ein traditioneller Börsengang zu teuer und zu zeitaufwendig. Business-Token etablieren sich als praktikable Alternative, die reale Geschäftstätigkeit mit On-Chain-Kapitalmärkten verknüpfen, ohne den vollständigen Weg eines herkömmlichen Aktienmarktes zu durchlaufen. Dieser Leitfaden vergleicht die beiden Modelle hinsichtlich Kosten, Liquidität, rechtlicher Hürden und Governance.
Bevor man die beiden Modelle vergleicht, ist es unerlässlich zu verstehen, wofür jedes einzelne steht und welche Rechte es verleiht. Diese Unterscheidung ist die Grundlage für die Beurteilung, ob ein Business-Token als Alternative zu einem Börsengang dienen kann.
Eine Aktie verbrieft das rechtliche Eigentum an einem Unternehmen. Aktionäre können Dividenden, Stimmrechte und den Schutz etablierter Wertpapiergesetze erhalten. Im Gegenzug unterliegen Unternehmen hohen Offenlegungs-, Compliance- und Börsenzulassungsauflagen. Der Zielkonflikt ist klar: Der Zugang zu den öffentlichen Kapitalmärkten ist mit erheblichen regulatorischen Verpflichtungen verbunden.
Ein Business-Token ist eine On-Chain-Repräsentation der wirtschaftlichen Aktivität oder des Unternehmenswerts. Die damit verbundenen Rechte hängen vom Token-Design, den Smart-Contract-Regeln und dem jeweiligen Landesrecht ab. Er ist nicht automatisch mit einer gesetzlichen Aktie gleichzusetzen. Dieses Verständnis ist entscheidend, bevor man annimmt, dass ein Business-Token die gleichen Rechte wie Eigenkapital mit sich bringt.
Schlüsselkonzept: Eigentum vs. wirtschaftliche Repräsentation in der Blockchain
Eine Aktie bedeutet üblicherweise rechtliches Eigentum. Ein Business-Token repräsentiert ein On-Chain-Wirtschaftsmodell, das an Geschäftsaktivitäten gebunden ist und klassische Aktionärsrechte beinhalten kann, aber nicht muss.

Ein direkter Vergleich macht die praktischen Unterschiede leichter verständlich.
Die Kosten stellen eine der größten Hürden für KMU beim Zugang zu öffentlichen Märkten dar. Das Verständnis der Kostenstruktur beider Modelle trägt dazu bei, zu verdeutlichen, wo die Tokenisierung praktische Vorteile bietet.
Ein Börsengang (IPO) umfasst Beratungsgebühren, Wirtschaftsprüfung, Emissionsgarantie, behördliche Meldungen und die laufende Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen. Für viele kleine Unternehmen sind diese Fixkosten schlichtweg zu hoch. Weltweit sind über 99 % aller Unternehmen kleine und mittlere Unternehmen (KMU), doch die meisten erreichen aufgrund der damit verbundenen Kosten und Komplexität nie die Phase des Börsengangs.
Die Ausgabe von Business-Token kann rein technisch kostengünstiger sein, insbesondere wenn eine entsprechende Blockchain-Infrastruktur vorhanden ist. Rechtliche Prüfung, Sicherheit von Smart Contracts und der operative Betrieb bleiben jedoch weiterhin wichtig. Der praktische Unterschied liegt in den niedrigeren Markteintrittsbarrieren für Unternehmen, die noch nicht bereit für einen vollständigen Börsengang sind.

Liquidität ist ein entscheidender Faktor für jedes Kapitalbeschaffungsmodell. Die Art und Weise, wie Liquidität geschaffen und aufrechterhalten wird, unterscheidet sich erheblich zwischen Aktien und Business-Token.
Börsennotierte Aktien sind auf regulierte Börsen und Market Maker angewiesen. Die Liquidität kann für große Unternehmen hoch sein, kleinere Unternehmen hingegen haben oft Schwierigkeiten. Für KMU ist der Weg zur Börsennotierung lang und kostspielig, und selbst nach der Notierung kann ein geringes Handelsvolumen die praktische Liquidität einschränken.
Business-Token nutzen typischerweise On-Chain-Märkte wie AMM-Pools oder dedizierte Marktplätze. Dies ermöglicht einen früheren Zugriff, allerdings kann die anfängliche Liquidität gering sein. Im Design von InterLink ist jeder Business-Token mit ITL in einem protokollintegrierten AMM-Pool gepaart, wobei IBTE als Marktplatzebene dient. Ein Anteil jeder Transaktion, im Protokoll auf 5 % festgelegt, wird automatisch in den AMM-Pool des jeweiligen Business-Tokens geleitet, wodurch eine kontinuierliche Nachfrage auf der Käuferseite entsteht, die an den tatsächlichen Handel gekoppelt ist.
Bislang wurde noch kein konkreter Starttermin für IBTE bestätigt. Der Marktplatz befindet sich in der Entwicklung, das Transaction-Backed Digital Assets Protocol v1.0 ist bereits gestartet. Ziel ist es, von Anfang an eine Abwicklungs- und Liquiditätsstruktur zu schaffen, anstatt auf eine spätere Börsennotierung zu warten.
Schlüsselkonzept: Integriertes Liquiditätsdesign
Bei einigen Token-Modellen wird die Liquidität bereits bei der Ausgabe durch im Protokoll integrierte Pools geschaffen, anstatt auf eine spätere Börsennotierung zu warten.
Die Aktienmärkte unterliegen ausgereiften Wertpapiergesetzen – strengen, kostspieligen und vergleichsweise klaren. Diese Klarheit ist wertvoll, aber auch der Grund, warum viele KMU nie den Börsengang schaffen.
Business-Token bewegen sich in einem relativ neuen rechtlichen Umfeld. Je nach Rechtsordnung und Ausgestaltung kann ein Token weiterhin als Wertpapier eingestuft werden. Tokenisierung umgeht nicht automatisch die regulatorischen Bestimmungen. Lokale Rechtsberatung ist daher unerlässlich.

Bei Aktien kann die Ausgabe von Anteilen die Eigentumsverhältnisse und die Stimmrechte verwässern. Aktionäre können wichtige Entscheidungen durch formale Prozesse beeinflussen.
Bei Business-Token hängen die Rechte vollständig vom Smart Contract und dem Protokolldesign ab. Der Besitz eines Tokens bedeutet nicht automatisch Kontrolle über den Vorstand oder klassische Stimmrechte von Aktionären. Im Modell von InterLink basieren Business-Tokens auf transaktionsbasierten Marktmechanismen anstelle von traditionellen Dividenden oder automatischen Aktienrechten. Die Wertschöpfung erfolgt durch reale Zahlungsaktivitäten, die in die Marktstruktur des Tokens einfließen.
Kernaussage: Geschäftstoken stellen nicht automatisch Eigenkapital dar.
Der Besitz eines Business-Tokens bedeutet nicht automatisch den Besitz von rechtlichen Anteilen oder die Kontrolle auf Vorstandsebene. Die Rechte hängen ausschließlich von der Gestaltung des Tokens und dem jeweiligen Landesrecht ab.
Die bessere Frage lautet nicht: „Welche Option ist generell besser?“ , sondern : „Welche Option passt zur jeweiligen Phase und den Zielen des Unternehmens?“ Ein Börsengang (IPO) eignet sich möglicherweise für größere Unternehmen, die auf die Offenlegung von Informationen und hohe Compliance-Kosten vorbereitet sind. Ein Business-Token hingegen kann besser zu kleineren Unternehmen passen, die einen früheren Marktzugang, eine engere Verknüpfung zwischen Tokenwert und tatsächlicher Geschäftstätigkeit sowie mehr Flexibilität hinsichtlich der Eigentumsverhältnisse anstreben.
Es ist kein perfekter Ersatz. Risiken bleiben bestehen: begrenzte Liquidität in der Anfangsphase, sich entwickelnde regulatorische Rahmenbedingungen, Marktvolatilität und keine garantierte Rendite. Dennoch ist die Tokenisierung für viele KMU einer der wenigen realistischen Wege, Geschäftsabläufe mit digitalen Kapitalmärkten zu verbinden, ohne die volle Belastung eines Börsengangs (IPO) tragen zu müssen. Der Ansatz von InterLink zeigt eine konkrete Möglichkeit: Verifizierte Unternehmen geben Business-Token aus, die jeweils mit ITL gekoppelt sind, durch reale Transaktionsflüsse unterstützt werden und über IBTE handelbar sind.

Sowohl Business-Token als auch Aktien ermöglichen Unternehmen den Zugang zu Kapital, jedoch auf unterschiedlichen Grundlagen. Aktien bieten etablierte Rechte und regulierte Märkte zu hohen Kosten. Business-Token hingegen bieten einen flexibleren Weg, der sich besser für KMU eignet – insbesondere bei Bezug auf reale Geschäftstätigkeit – birgt aber gleichzeitig neue rechtliche und Marktrisiken.
Für kleine Unternehmen ist die Tokenisierung eine mögliche Alternative zum Börsengang (IPO), aber kein universeller Ersatz. Das Modell von InterLink – Business Tokens, die mit ITL gekoppelt und über IBTE gehandelt werden – weist klar in diese Richtung: die Verknüpfung des On-Chain-Werts mit realen Transaktionsflüssen anstatt allein mit klassischem Aktienbesitz.
Haftungsausschluss: Dieser Leitfaden von InterLink Labs dient ausschließlich Bildungszwecken und stellt keine Finanz-, Rechts- oder Anlageberatung dar. Die Regulierung von Business-Token kann je nach Rechtsordnung variieren. Tokenwerte können schwanken. Führen Sie stets eigene Recherchen durch und konsultieren Sie qualifizierte Fachleute, bevor Sie Entscheidungen treffen.